Simonskall

Wirtschaftliche Entwicklung und Initiativen: Was wollen wir? Was haben wir erreicht?

Simonskall, ein Dorf mit über vierhundertjähriger Geschichte, wird seit mehr als einem Jahrhundert zunehmend durch Fremdenverkehr geprägt. Nicht etwa der professionelle Tourismus, sondern natur-begeisterte Wandergruppen aus der näheren und weiteren Umgebung haben das Kalltal erschlossen, und den Anstoß für die weitere Entwicklung als Quelle der Erholung gegeben. Heute entfallen in Simonskall auf je 13 Einwohner ein Beherbergungsbetrieb (3 Hotels, eine Pension), auf jeweils 17 ein Restaurant (3), drei Einwohner teilen sich eine Straßenlaterne (17), und alle zusammen passen in das einzige Café. Schon vor über 300 Jahren bewohnten 46 Menschen den Ort, und erstaunlicherweise sind es heute kaum mehr.

Ein Ort mit etwa fünfzig Einwohnern, in dem sich an den  meisten Tagen im Jahr mehr Gäste aufhalten als Einwohner, kann nicht im „eigenen Saft“ schmoren. Kontakte mit Fremden, das gegenseitige Kennen- und sich Schätzenlernen, schließlich die daraus entstehenden Gespräche, bauen Vorurteile ab und erweitern den Horizont. Daraus ergibt sich wie von selbst offene Gastfreundschaft, gepaart mit natürlicher Freundlichkeit.

Nicht weiter verwunderlich, dass immer wieder bis in die heutige Zeit der kleine Ort Simonskall Menschen angezogen hat, die nicht unbedingt den Durchschnitt der übrigen Bevölkerung repräsentieren. So beschloss unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg im Jahre 1919 eine kleine Gruppe progressiver Kölner Künstler, der Stadt zu entsagen und die Energie dieses Tals für ihre kreativen Vorhaben zu nutzen. Neben dem Schriftstellerehepaar Carl Oskar Jatho und Käthe Jatho-Zimmermann, den Künstlern Franz Wilhelm Seiwert, Heinrich Hoerle, Otto Freundlich und Franz Nitsche, gehörte auch für kurze Zeit der geheimnisumwitterte Ret Marut, der spätere weltberühmte Autor B.Traven, zu den Mitgliedern der Kalltalgemeinschaft.

Gut vorstellbar übrigens, dass auch schon Karl der Große von seiner nahe gelegenen Lieblingsresidenz Aachen aus in diesen Wäldern gejagt hat, worauf auch der Krönungsweg hinweist, welcher durch Simonskall führt.

Es ist das Herzensanliegen aller Simonskaller, die besondere familiäre Atmosphäre des Ortes für die Besucher und Bewohner zu bewahren und weiter zu entwickeln, und damit einen bewussten Gegensatz zu vielen anderen Tourismusorten zu schaffen.


 

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