Historie Simonskall
Das Kalltal wurde von Vossenack aus erschlossen. Batholomäus Schobinger stand im 60., sein Halbbruder Tobias gar im 69. Lebensjahr, als die beiden im Jahre 1608 ins Kalltal zogen, um noch einmal ihr Glück als Unternehmer zu versuchen! Ursprünglich aus der Schweiz stammend, hatten sie mit ihren spanischstämmigen Frauen in Antwerpen gelebt, bis sie als Protestanten dem religiösen Druck in den damals spanischen Niederlande nachgaben und in den Raum Aachen umsiedelten. Vom Gut Kalkofen aus boten sie einen damals sehr gefragten Samtstoff an, fanden aber - wohl aus Gründen der Religionszugehörigkeit - keinen Zugang zu den Aachener Zünften. Vom Herzog in Jülich hatten sie für zwei Goldtaler im Jahr dias Recht erworben, an der Kall zwei Pochwerke zu betreiben, die in der damaligen vorindustriellen Zeit günstigste Energiequelle für kleine Industrien. Ihre Absicht, im Kalltal Glas und Seife herzustellen, scheiterte wohl nicht zuletzt an den miserablen Verkehrswegen, die für den Antransport der Rohstoffe und den Abtransport der fertigen Produkte zur Verfügung standen.
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